Fahrt nach Mirow 2011

Am Freitagnachmittag brach eine Gruppe von sieben Paddlern aus unserem Verein zu einer herbstlichen Wochenendtour auf den Gewässern rund um Mirow auf. Als Standort hatten wir die Jugendherberge in Mirow gewählt, die sich zwar etwas außerhalb des Ortes befindet, aber direkt am Mirower See mit eigenem Bootssteg liegt.

Unter einem sternklaren Nachthimmel hatte sich bis zum Morgen Raureif gebildet. Gegen die Kälte gut geschützt, starteten wir am Samstag zu einer Rundtour, die uns zunächst auf der Alten Fahrt in Richtung Müritz führte. Schon bald hatte die Sonne die Nebelfelder aufgelöst und für spürbare Erwärmung gesorgt. Über Granzower Möschen, Kotzower See und Leppinsee gelangten wir entlang zunehmend naturbelassener Ufer zum Woterfitzsee, der bereits zum Müritz-Nationalpark gehört. Die fast windstille, klare Herbstluft ließ uns die nur von gelegentlichen Vogelschreien unterbrochene Stille besonders eindrücklich empfinden. Nach wenigen Kilometern erreichten wir dann die Umtragestelle an der Bolter Mühle, wo wir eine längere Mittagsrast einlegten. Gut gestärkt, ging es dann weiter auf dem Bolter Kanal zur Müritz, dem größten See Norddeutschlands. Die immer noch geringe Luftbewegung ermöglichte es auch den weniger erfahrenen Mitgliedern unserer Gruppe, gefahrlos den südlichen Teil des Sees zu überqueren. Über die Kleine Müritz gelangten wir bei Rechlin zum Mirower Kanal, der seit 1936 auf einer Länge von 10 km einen Abschnitt der Verbindung zwischen Müritz und Berlin herstellt und den 100 Jahre älteren Bolter Kanal als Verkehrsweg abgelöst hat. Baumbestandene Ufer, zwei kleinere Seen und der Landschaft angepasste Krümmungen in der Wegführung nehmen der künstlichen Wasserstraße viel von der Eintönigkeit, die einen sonst an Kanälen erwartet. Am Ende des Kanals erreichten wir die Mirower Schleuse. Von hier aus ging es dann über die letzten drei Kilometer vorbei an Schlossinsel und Altstadt zurück zur Jugendherberge, die wir in der frühen Abenddämmerung erreichten. 36 km einer äußerst abwechslungsreichen und landschaftlich eindrucksvollen Rundtour lagen hinter uns.

Der Sonntag ließ uns weniger Zeit zum Paddeln. Nachdem wir Boote und Gepäck verstaut hatten, fuhren wir zur Diemitzer Schleuse. Hier setzten wir die Boote ein und starteten zu einer 16 km langen Fahrt, die zunächst über den Labussee führte. Der etwas lebhaftere Wind machte sich auf dem in Ost-West-Richtung recht langgestreckten See deutlich bemerkbar. Die schmalen Durchfahrten über den Dollbäk und – im Anschluss an den Gobenowsee – Drosedower Bäk waren dagegen ruhig und windstill. Am Ende des Drosedower Bäks bogen wir in südlicher Richtung auf den Rätzsee ein, der für Motorboote gesperrt ist und dessen Ufer bisher auch von Ferienhaussiedlungen nahezu frei sind. Auf einer sonnigen, windgeschützten Wiese machten wir machten wir Rast, bevor wir zum letzten Teil unserer Tour aufbrachen. Er führte uns vorbei an der Fleether Mühle, einem über 200 Jahre alten Gebäude, das 2001 einer Brandstiftung zum Opfer fiel. Über Oberbäk und Vilzsee gelangten wir zurück zur Diemitzer Schleuse.

Beide von uns befahrene Strecken sind durch den Wechsel von kleinen Seen, schmalen Fließen und Großgewässern sehr abwechslungsreich und vielgestaltig. Vor allem im Sommer sind sie allerdings stark befahren, so dass Frühjahr und Herbst wesentlich besser geeignet sind, die eindrucksvolle Natur dieser Region kennenzulernen. So unterschiedlich unsere Gruppe zusammengesetzt war – neben sehr erfahrenen langjährigen Paddlern waren auch Teilnehmer dabei, die erst vor kurzem  mit dem Paddelsport begonnen hatten –, so einhellig war der Wunsch, vergleichbare Touren im nächsten Jahr wieder gemeinsam zu unternehmen.