Dänische Südsee 2013 (13. Juli - 1. August)

Leichtes bis anspruchsvolles Paddelrevier - je nach Wind und Wellen -  mit ausgedehnten Sandstränden und kurzen Steilküstenabschnitten. Wir erkundeten in einer knapp dreiwöchigen Tour bei hochsommerlichem Wetter die Buchten und Inseln zwischen Südfünen, Aerø und Langeland. 

  • Einführung: Fahrtenzeitraum, Teilnehmer, Wettersituation, Gewässer

Samstagabend im Juli 2013 standen wir - Alex, Doris, Klaus und Martin - nach einer langen Fahrt von Berlin am Strand von Sinebjerg und schauten zum ersten Mal auf die dänische Südsee. Noch waren die in der Abenddämmerung vor uns liegenden Inseln und Orte namenlos, noch waren wir uns unsicher, ob wir die am grünen Tisch geplanten Touren auch durchführen könnten.

Wir hatten Glück, in den nächsten 18 Tagen boten optimale Bedingungen einen schönen Rahmen zur Erkundung der dänischen Südsee. Inseln, Buch­ten und Orte wurden uns zum Begriff. Wir waren von den Naturerlebnissen mit sehnsuchtsvollen Morgen- und Abendstimmungen fasziniert.

Der anfänglich bezogene Himmel klarte auf und blieb wechselnd bewölkt. Zum Abschluss der Tour gab es vereinzelt Schauer – nächtliche Gewitter in der Helnæs Bugt. Die Windstärken lagen überwiegend zwischen 1- 3 Bft. An wenigen Tagen erreichte die Windstärke 5-6 Bft. Das nutzten wir für Insel­ausflüge mit dem Fahrrad oder zu Wanderungen mit schönen Natur­erlebnissen. Die Windrichtung wechselte im Laufe der Zeit zwischen W/NW auf O/SO und am Schluss wieder auf NW. Die Temperaturen lagen zwischen 20 und 28 Grad Celsius. Unsere Kajak-Touren planten wir mit Distanzen zwischen 15 und 25 km. Nur wenige Touren waren länger als 30 km und dann mit massiver Windunterunterstützung oder auf spiegel-glatter See.

  • Paddelrevier

Das Paddelrevier ist leicht bis anspruchsvoll, je nach Wind und Wellen. Da die Gewässer relativ flach und seicht sind, können sich schnell entsprechende Wellen aufbauen. Sie sind dann kurz und steil.

 

Man findet immer wieder Ein- und Ausstiegsstellen an Sandstränden bzw. zwischen Findlingen an den kleineren steilen Küstenabschnitten. Achtung vor ausgedehnten Sandbänken bzw. Flachwasserarealen.

  • Ausgangspunkt

Start und Ziel unserer Tour war der Campingplatz Sinebjerg in der Nähe der Stadt Faaborg. Wir wählten diesen Platz auf der Insel Fünen, da wir von dort bei verschiedensten Wetterlagen interessante ein- oder mehrtägige Touren unternehmen konnten, zumal die Helnæs Bugt auch bei starken W/NW-Winden befahrbar ist. Ein Alternativplatz wäre der Campingplatz Bogentveg östlich von Faaborg gewesen. Auf Fünen ist man von Fähren unabhängig, so dass man schnell alternative Einsatzstellen erreichen kann. Das Paddelrevier ist durch sandige Abbruchküsten mit Findlingen und Feuerstein sowie durch flache auslaufende Sandstrände geprägt. Die Gewässer sind flach und es gibt unzählige Sandbänke. Die Inseln sind teilweise so flach, dass man sie kaum von Sandbänken unterscheiden kann. Sie sind von weitem nur schwer auszumachen.

  • Ausrüstung/Übernachtung/Versorgung

Neben der Standard-Ausrüstung eines Seekajaks nach SaU-Kriterien bepackten wir die Boote mit Zelt, Kocher, Lebensmitteln für die ersten sieben Tage und auch Wasser für zwei Tage. Hinweis: Ein Bootswagen ist not­wendig, da so bepackte Boote zu den Zeltstellen transportiert werden konnten. In der Regel übernachteten wir auf sogenannten Teltpladsen, das sind primi­tive Zeltplätze - sprich Wiese mit einem Trockenklo. Sie liegen relativ nahe am Wasser. Ebenso sind sie in manchen Fällen auf Grasflächen an den kleinen Häfen der Inseln ausgewiesen. Die Nähe zu einer Marina ist wichtig, da man dort bis auf Birkholm Trinkwasser erhält und bei Bedarf auch eine warme Dusche hat. Nicht alle Inseln bieten Einkaufsmöglichkeiten. Läden gibt es auf den kleinen Inseln Lyø, Avernakø, Drejø, Skarø und Strynø. Bei Wind und schlechtem Wetter bieten die Zeltplätze auf Lyø, Skarø und Strynø Gemein­schafträume mit Kochstellen. Ebenso auf dem Campingplätzen in Sinebjerg, Skarupøre bei Svendborg und dem Zeltplatz bei Hvidklint auf Helnæs (Mühle).

 

  • Übernachtungsplätze

Sinebjerg Camping

Avernakø/Flæskholm – „Primitiv-Zeltplatz“

rejø – Primitiv-Zeltplatz in der Nähe des Hafens (WC + Dusche) – Ostseite und am alten Hafen Nordseite der Insel.

Strynø – Zeltplatz am Museum (Dusche + WC + Gemeinschaftsraum mit Koch­stelle)

Skarupøre Camping

Helnæs Mølle – Naturskole Friluftsgård

  • Literatur und Kartenmaterial

Die Übersichtskarte im Maßstab 1:125000 ist in den Tourismusbüros erhältlich

„Det Sydfynske Øhav – Naturerlebnisse im Südfünischen Inselmeer“

www.inselkarte.dk

Nicht alle Eintragungen in dieser Karte stimmen, z.B. gibt es z. T. ungenaue Angaben über primitive Zeltplätze, Windschutz etc. Sie bietet aber einen guten Gesamtüberblick und ist eine wichtige Grundlage zur Planung von Touren. Tipp: Im Internet findet man Informationen über die einzelnen Inseln und Orte, über Infrastruktur und Versorgung, Geschichte und Aktuelles.

Das „Kortbog - Havkajak – Din Guide til det Sydfynskde Øhav“ mit dem Begleitbuch bietet grundlegende Information über das Südfünische Meer bzw. auch mittlerweile als dänische Südsee bezeichnete Gewässer. Maßstab: 1:50000. In Englisch oder Dänisch hat man für unterwegs hilfreiche Informa­tionen. Das Kortbog erhält man in der Kayak-Station in Faaborg.

Es gibt Kajakberichte, Tourenbeschreibungen und Erlebnisse auf den ver­schie­denen Internetseiten und Reiseführern. Das ist eher was zur Einstim­mung und bietet Material für individuelle Stadterkundungen. Zur Planung sind diese individuellen Berichte nur bedingt unterstützend. Demgegenüber enthält der Kanu Kompass von Björn Nehrhoff von Holderberg: Dänische Südsee / Deutsche Ostsee, Hamburg 2011 umfangreiches Material.